Sammlung Jürgen Wittdorf

Arbeiten aus dem Nachlass des Malers und Grafikers Jürgen Wittdorf

Bild des Tages – 8. Oktober 2022

Wittdorf-Drucke in der Galerie

Als ich 2012 die Studio Galerie Berlin übernahm, begegnete ich Jürgen Wittdorf (1932-2018) wieder. Im Jahr 1988 war er mein Zeichenlehrer im Haus der Jungen Talente. Es stellte sich heraus, dass er direkt in einem Haus hinter der Galerie wohnte. Nach seinem Tod gründeten wir das Wittdorf Archiv mit 300 Zeichnungen und Keramiken des Künstlers. So können wir Ausstellungen initiieren und das Andenken an den Künstler und sein kulturhistorisches Erbe fördern. So wie zur Zeit die große Retrospektive zum 90. Geburtstag von Jürgen Wittdorf im Schloss Biesdorf. In der Galerie verkaufen wir Blätter mit typischen Motiven von Wittdorf.

Bild des Tages – 3. September 2022

Zur Ausstellung gibt es eine Zeitung mit Vorwort von Klaus Lederer, Portraits der Künstler:innen und einem Interview über Jürgen Wittdorf

Es ist so weit: Ausstellungseröffnung, Sonntag um 18 Uhr im Schloss Biesdorf. Eintritt ist frei. Das steht auch in der Zeitung. Sie informiert ausführlich, ist ein großartiges Sammlerstück und für jeden Besucher der Eröffnung gratis! Zur Begrüßung spricht Kultursenator Klaus Lederer und musikalische Unterhaltung kommt vom Chor der Pet Shop Bears. Jürgen Wittdorf (1932-2018) mit Veneta Androva, Norbert Bisky, Harry Hachmeister und Bettina Semmer

Bild des Tages – 2. September 2022

Deckblatt Zyklus für die Jugend, Holzschnitt, 1961, im Schloss Biesdorf

Als aufmerksamer Beobachter wurde Jürgen Wittdorf zum Chronisten des Lebens in der DDR. Wittdorf Arbeiten sind dokumentarisch, nicht nur weil sie alltägliche Szenen festhalten, sondern auch weil sie von den Möglichkeitsräumen und deren Grenzen zeugen, die sich innerhalb der DDR für Künstler:innen erschlossen“, Christine Heidemann. Die Mappe „Zyklus für die Jugend“ gehört den Meisterwerken von Jürgen Wittdorf und erschien 1963 im Verlag Junge Welt.

Bild des Tages – 27. August 2022

Werkstatt für Bilderrahmung

Die letzten Handgriffe in der Werkstatt für Bilderrahmung von Enrico Steinhausen am Engelbecken in Berlin-Kreuzberg. Eni baut die schönsten und besten Bilderrahmen – für unsere Bilder von Jürgen Wittdorf genau die richtigen Rahmen. In wenigen Tagen sind die letzten Bilder gerahmt. Dann beginnt der Transport zum Ausstellungsort im Schloss Biesdorf. Fast 250 Bilder und 50 Keramiken können wir zur Verfügung stellen. Am Sonntag, den 4. September beginnt die Ausstellung zum 90. Geburtstag von Jürgen Wittdorf.

Bild des Tages – 26. August 2022

Schwimmunterricht der Frauen, Holzschnitt (Foto mit Jan Linkersdorff im Archiv)

Es handelt sich um das fünfte Blatt im Zyklus „Jugend und Sport“. Ein Auftrag, den Jürgen Wittdorf für den Eingang und Treppenhaus der neu erbauten Sporthochschule in Leipzig ausführte. Die Holzschnitte aus dem Zyklus Jugend und Sport gelten als das Meisterwerk von Jürgen Wittdorf. Die anderen vier Blätter tragen die Titel: „Baubrigade der Sportstudenten“, „Freundschaftsfoto“, „Trainingsgespräch“ und „Unter der Dusche“.

Bild des Tages – 10. August 2022

Großes Stillleben, 1951, im Archiv

Der Wunsch, sich mit Zeichnungen auszudrücken, war Wittdorf wohl in die Wiege gelegt. Der Großvater war Professor an der Dresdner Kunstgewerbeschule und schnell wurde das Talent von Jürgen Wittdorf von den Eltern gefördert. Im Alter von 19 Jahren malte Jürgen Wittdorf dieses exzellente Stillleben mit farbiger Ölkreide. In dieser Zeit vervollständigte Jürgen Wittdorf seine Fähigkeiten an der privaten Zeichenschule bei Walter Schurig in Stollberg. Sehr wahrscheinlich hat sich Jürgen Wittdorf u.a. mit diesem Bild an der Hochschule beworben. 1952 begann sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Bild des Tages – 25. Juli 2022

Baubrigade“, Jan Linkersdorff im Archiv

Jürgen Wittdorf wäre heute 90 Jahre alt geworden. Er war mein Zeichenlehrer und lebte die letzten Jahre bis zu seinem Tod im Dezember 2018 in Berlin Friedrichshain. Heute verwalte ich seinen Nachlass und möchte dafür sorgen, dass sein Lebenswerk Beachtung findet und erhalten bleibt. An diesem Abend zeigt das KLICK Kino in Charlottenburg die Dokumentation „Unter Männern“ von 2012, in der Wittdorf über sein Leben spricht. Im September folgt die große Ausstellung im Schloss Biesdorf, die wir derzeit vorbereiten. Jan Linkersdorff

Bild des Tages – 5. Juli 2022

Noch kein Bartwuchs und schon Vater (Foto mit Jan in der Werkstatt)

Dieses Motiv ist ein echtes Zeitdokument. Es zeigt den modernen Familienvater mit Kind und Einkauf. In der noch jungen sozialistischen DDR, konnte es nicht nur die Aufgabe der Frau sein, sich um den Haushalt und die Erziehung zu kümmern. Denn Frauen waren sehr häufig auch berufstätig, ihre Arbeitskraft war für die DDR-Wirtschaft sehr wichtig, um die gesteckten Ziele bzw Pläne zu erfüllen. Zugleich war es auch ein großer Schritt für die Gleichberechtigung der Frau. Die Darstellung entsprach somit dem modernen Familienbild in der frühen DDR – im deutlichen Gegensatz zum Frauen- und Familienbild in Westdeutschland in jener Zeit.

Bild des Tages – 25. Juni 2022

Junger Pionier, 1951

Am Beginn seines Studiums zeichnet Jürgen Wittdorf in altmeisterlichem Realismus, so wie es an der Leipziger Hochschule Anfang der 50er-Jahre vermittelt wurde. Die Formalismus-Debatte über den Wert von abstrakter Kunst im Gegensatz zu realistischer Kunst war in der Politik der DDR voll im Gange. Bei der Zeichnung vom jungen Pionier kommt Wittdorfs Können als Zeichner deutlich zum Ausdruck, er beherrscht sein Fach perfekt. Wobei Wittdorf immer wieder zum Ausdruck brachte, dass ihm die Zeichenschule von Walter Schurig mehr beigebracht und inspiriert habe, als das Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Bild des Tages – 21. Juni 2022

Stillleben / Küchenbild „Hummer“ (in der Werkstatt)

Stillleben von höchster Qualität malt und zeichnet Jürgen Wittdorf bereits vor seinem Studium in Leipzig. Auf der Zeichenschule von Walter Schurig in Stolberg entstanden Anfang der 50er-Jahre beeindruckende Stillleben mit Gefäßen – gemalt mit Ölkreide. In seinem ganzen Leben, aber vor allem in der letzten starken Schaffensperiode Mitte der 80er- bis Anfang der 90er-Jahre, sind herausragende Stillleben als Aquarell entstanden. Darunter ist dieses „Küchenbild“ mit Hummer, natürlich entstanden nach der Wende. Es macht aber auch deutlich, dass Jürgen Wittdorf dem Genuss sehr zugetan war.